Testimonial
Erfolgsgeschichte von Anne
Anne
Pyhsiotherapeutin
Anne beschäftigte sich schon seit drei bis vier Jahren mit dem Gedanken, sich beruflich zu verändern.
Als Physiotherapeutin arbeitete sie gerne mit ihrem Team und ihren Patientinnen und Patienten. Trotzdem wusste sie schon länger, dass sie nicht mehr dauerhaft an der Therapiebank stehen wollte.
Sie wünschte sich eine berufliche Neuorientierung. Am liebsten wollte sie zunächst im Gesundheitswesen bleiben, aber stärker in einen administrativen Bereich wechseln und flexibler arbeiten können.
Ganz untätig war Anne in dieser Zeit nicht. Parallel zu ihrer Arbeit als Physiotherapeutin suchte sie sich Minijobs im Bürobereich. Dort konnte sie ausprobieren, ob ihr administrative Aufgaben liegen.
Dabei machte sie eine wichtige Erfahrung: Sie arbeitete sich gut ein und merkte, dass ihr diese Tätigkeiten Spaß machten.
„Da wurde ich auch wieder so bestärkt und dachte: Okay, ich kann das auch.“
Trotzdem gelang es ihr nicht, einen klaren beruflichen Weg daraus zu entwickeln.
Ihre Suche verlief in Wellen. Wenn die Unzufriedenheit im Job größer wurde oder etwas nicht gut lief, setzte sie sich an die Jobportale und schaute nach Stellen.
„Das war immer so ein Anfall, wenn ich wieder so eine Unzufriedenheit hatte im Job.“
Sie bewarb sich auch und kam bei einer Stelle relativ weit. Als es am Ende nicht klappte, verlor das Thema jedoch wieder an Kraft. Dazu kam der Alltag. Anne hat zwei Kinder, die Arbeit lief weiter und auch zu Hause war immer etwas zu tun. Das Thema berufliche Zukunft rückte dadurch schnell wieder in den Hintergrund.
„Dann denke ich: Irgendwie, komm, passt schon irgendwie.“ Doch wirklich passend fühlte es sich nicht an.
Anne beschreibt diese Zeit als ein ständiges Auf und Ab. Die Situation war nicht jeden Tag unerträglich. Das Team war nett, sie mochte ihre Patientinnen und Patienten und vieles funktionierte. Genau das machte die Entscheidung so schwierig.
Gleichzeitig lief immer eine leichte Unzufriedenheit mit.
„Es war immer irgendwie eine latente Unzufriedenheit da.“
Manchmal fühlte sie sich leer oder frustriert. An anderen Tagen war sie wie gelähmt, weil ihr nach einer Arbeitswoche die Kraft fehlte, sich auch noch mit ihrer beruflichen Veränderung zu beschäftigen.
Wenn sie Stellenanzeigen ansah, wusste sie außerdem nicht genau, wonach sie eigentlich suchen sollte.
Schnell kamen Zweifel. „Dann habe ich oft gedacht: Das passt gar nicht für mich oder da bin ich gar nicht qualifiziert für.“
Anne schob das Thema immer wieder weg. Gleichzeitig sprach sie in ihren Entwicklungsgesprächen regelmäßig darüber, dass sie etwas verändern wollte. Irgendwann merkte sie, dass sie nicht noch ein weiteres Jahr am gleichen Punkt stehen wollte.
„Es war mir dann schon fast peinlich. Ich gehe wieder ins Gespräch und es hat sich gar nichts verändert und ich sage wieder: Ich will was ändern.“
Der Entschluss wurde klarer:
„Ich kann nicht immer reden, reden, reden und nichts machen. Es muss einfach was passieren.“
Im Programm begann Anne, sich selbst aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Vor allem die Auseinandersetzung mit ihren Stärken half ihr. Sie erkannte Fähigkeiten, die für sie vorher selbstverständlich gewesen waren oder die sie nicht bewusst wahrgenommen hatte.
„Ich finde einfach, dass die Stärken noch mal viel, viel deutlicher geworden sind.“
Auch die Rückmeldungen anderer Teilnehmerinnen waren für sie wertvoll. Die Frauen befanden sich in ähnlichen Situationen und bestärkten sich gegenseitig. Anne erlebte die Gruppe als einen positiven Raum.
„Man sitzt alle so im gleichen Boot und bestärkt sich gegenseitig.“
Anne wusste aus ihren Minijobs bereits, dass sie sich in neue Aufgaben einarbeiten konnte. Im Programm begann sie, diese Erfahrungen ernster zu nehmen.
„Ich kann mich auch auf neue Sachen einlassen und ich kann es auch gut.“
Gleichzeitig löste sich der Anspruch, bereits den perfekten beruflichen Plan haben zu müssen. Anne erkannte, dass sie losgehen darf, obwohl das genaue Ziel noch nicht vollständig feststeht.
Dabei entstand ein neues Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
„Auch wenn man noch nicht genau weiß, wohin: einfach mal machen, einfach mal loslegen.“
Diese Erkenntnis brachte sie wieder in Bewegung.
Anne überarbeitete ihren Lebenslauf, sortierte ihre Zeugnisse und bereitete ihre Unterlagen so vor, dass sie bei einer passenden Möglichkeit darauf zurückgreifen kann. Damit veränderte sich nicht nur ihre äußere Vorbereitung, sondern auch ihr inneres Gefühl.
„Ich fühle mich einfach stärker, kraftvoller und habe wieder ein Ziel vor Augen, was ich vorher ein bisschen verloren hatte.“
Ihr genauer nächster Job steht noch nicht fest. Doch Anne erlebt das heute nicht mehr als Grund, weiter abzuwarten.
Sie weiß, dass berufliche Klarheit nicht immer bedeutet, sofort die vollständige Lösung zu kennen. Für sie bedeutet Klarheit im Moment, die eigene Richtung besser zu verstehen und den nächsten Schritt zu gehen.
Dabei spielte auch ihr Alter eine Rolle. Mit 49 fragte sie sich manchmal, ob ihr die Zeit für eine berufliche Veränderung davonlief. Im Programm machte sie eine andere Erfahrung.
„Man wächst auch noch mit 49.“
Das größte Ergebnis ist für Anne deshalb nicht, dass sie sofort gekündigt oder bereits eine neue Stelle gefunden hat.
Sie erkennt ihre Stärken klarer. Sie vertraut sich mehr zu. Sie hat ihre Bewerbungsunterlagen vorbereitet und fühlt sich bereit, ihre berufliche Veränderung wirklich anzugehen.
Vorher suchte sie planlos, zweifelte und schob das Thema wieder weg. Heute hat sie wieder eine Richtung.
„Du hast mich gepusht, es jetzt wirklich anzugehen.“
Für Frauen, die schon länger über eine berufliche Veränderung nachdenken, aber zwischen Alltag, Zweifeln und fehlender Orientierung feststecken, zeigt Annes Erfahrung: Man muss nicht sofort wissen, wie der gesamte neue berufliche Weg aussieht.
Der erste Schritt kann darin bestehen, die eigenen Gedanken zu sortieren, die eigenen Stärken wiederzuentdecken und sich zu erlauben, überhaupt loszugehen.
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