3 Sätze, die dich in der beruflichen Neuorientierung blockieren

In Gesprächen mit Frauen, die sich beruflich verändern möchten, begegnen mir drei Sätze besonders häufig:

„Es ist ja nicht alles schlecht.“

„Woanders ist es auch nicht besser.“

„Ich habe Angst, die falsche Entscheidung zu treffen.“

Hinter diesen Sätzen steckt meist nicht nur Unsicherheit. Sie zeigen einen inneren Konflikt.

Ein Teil sagt: Bleib. Es ist sicher. Es ist vernünftig. Ein anderer Teil sagt: Aber irgendetwas passt nicht mehr.

Diese Ambivalenz darf sein. Sie bedeutet nicht, dass du dich anstellst oder nicht weißt, was du willst. Sie zeigt, dass etwas in dir bereits in Bewegung ist – auch wenn du noch nicht weißt, wohin.

„Es ist ja nicht alles schlecht.“

Vielleicht magst du deine Kolleginnen, hast einen sicheren Arbeitsplatz oder kannst deine Aufgaben gut erledigen. Es gibt keinen großen Knall und keinen eindeutigen Grund zu kündigen. Trotzdem fehlt dir etwas.

Berufliche Unzufriedenheit muss nicht bedeuten, dass alles schlecht ist. Manchmal ist vieles in Ordnung – und dennoch nicht mehr stimmig.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: Ist es schlimm genug, um etwas zu verändern?

Sondern: Ist es noch gut genug, um langfristig so weiterzumachen?

„Woanders ist es auch nicht besser.“

Natürlich gibt es keinen perfekten Job. Jede Arbeit bringt Herausforderungen, Konflikte oder anstrengende Phasen mit sich.

Doch dieser Satz kann auch dazu dienen, die eigenen Bedürfnisse kleinzureden. Denn zwischen „perfekt“ und „überall gleich“ liegt ein großer Raum.

Vielleicht brauchst du nicht den idealen Beruf. Vielleicht brauchst du andere Aufgaben, mehr Gestaltungsspielraum, bessere Rahmenbedingungen oder eine Arbeit, die stärker zu deinen Werten passt.

Es geht nicht darum, einem makellosen Traumjob hinterherzulaufen. Es geht darum, herauszufinden, was für dich besser bedeutet.

„Ich habe Angst, die falsche Entscheidung zu treffen.“

Diese Angst ist verständlich. Eine berufliche Veränderung kann Auswirkungen auf deine finanzielle Sicherheit, deine Identität und deinen Alltag haben.

Doch häufig entsteht zusätzlicher Druck durch die Vorstellung, du müsstest jetzt die eine richtige Entscheidung für den Rest deines Lebens treffen. Das musst du nicht.

Eine berufliche Entscheidung darf ein nächster Schritt sein. Sie muss nicht für immer gelten. Du kannst Informationen sammeln, Gespräche führen, Möglichkeiten prüfen und erste Erfahrungen machen, bevor du dich festlegst.

Auch keine Entscheidung zu treffen, ist eine Entscheidung. Sie bedeutet, zunächst in der aktuellen Situation zu bleiben.

Deshalb lohnt es sich, nicht nur zu fragen: Was kann passieren, wenn ich mich falsch entscheide?

Sondern auch: Was passiert, wenn ich nichts verändere?

Du brauchst nicht sofort eine Lösung

Es geht nicht darum, sofort zu kündigen, dich zu bewerben oder einen konkreten neuen Beruf zu finden.

Vielleicht geht es zunächst darum, zu sortieren. Zu verstehen, was dich unzufrieden macht. Zu erkennen, was dir fehlt. Und herauszufinden, welche Bedürfnisse und Wünsche hinter deinen Zweifeln stehen.

Berufliche Neuorientierung beginnt nicht immer mit einer mutigen Entscheidung. Manchmal beginnt sie mit dem ehrlichen Eingeständnis: So, wie es gerade ist, möchte ich nicht dauerhaft weitermachen.

Welcher dieser drei Sätze begleitet dich im Moment am meisten?

Hast du dich in einem der Sätze wiedergefunden? Ganz egal, wo du gerade im Prozess stehst und welcher dieser Sätze gerade am lautesten ist: Sie dürfen da sein. Entscheidend ist, dass du dich davon nicht aufhalten lässt.

Im nächsten Artikel gehe ich auf 3 Mythen über berufliche Neuorientierung ein und zeige dir, warum diese dich unnötig unter Druck setzen:

Mit Klarheit in deine berufliche Zukunft

In meinem Online-Gruppenprogramm “Mit Klarheit in deine berufliche Zukunft” begleite ich dich genau durch diesen ersten Prozess: weg vom diffusen Gefühl, dass sich etwas verändern muss, hin zu mehr Klarheit über dich und deine beruflichen Möglichkeiten.

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Mock-Up von einem schwarzem Laptop. Auf dem Bildschirm links ein Foto von Giulia Barile, systemische Supervisorin und Coach (DGSv) und rechts die Schrift Mit Klarheit in deine berufliche Zukunft - Finde die Arbeit, die wirklich zu dir passt! In der rechten oberen Ecke das Firmen Icon sowie in der unteren rechten Ecke der Schriftzug Giulia Barile

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Über mich

Ich bin Giulia Barile – Diplom-Soziologin, systemische Supervisorin und Coach (DGSv) sowie wingwave Coach. Seit mehr als zwölf Jahre begleite ich Menschen und Organisationen in beruflichen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen.

In meinem Blog schreibe ich über berufliche Zufriedenheit, Selbstführung und die leisen wie lauten Fragen des Berufslebens.

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