Die Entscheidung sich beruflich neu zu orientieren fällt nicht immer leicht. Immerhin gibst du etwas auf und hoffst gleichzeitig auf was besseres. Du willst eine gute Entscheidung treffen oder vielmehr die richtige Entscheidung. Denn wenn du schon den Mut aufbringst, dich beruflich zu verändern, soll der nächste Job natürlich besser passen. Am besten richtig gut, wenn nicht zu 100 Prozent.
Genau dieser Anspruch kann aber zusätzlichen Druck erzeugen. Denn dann muss der nächste Job plötzlich sehr viel leisten: Er soll nicht nur besser sein als der jetzige. Er soll möglichst die richtige Entscheidung für die nächsten Jahre sein.
Wenn die nächste Entscheidung unbedingt richtig sein soll
Je unzufriedener du mit deiner bisherigen beruflichen Situation bist, desto verständlicher ist der Wunsch: Beim nächsten Mal möchte ich es richtig machen.
Du möchtest nicht wechseln und nach einem Jahr wieder feststellen, dass etwas nicht passt. Du möchtest nicht noch einmal von vorne anfangen. Du möchtest keine falsche Entscheidung treffen.
Das Problem: Je höher der Anspruch an die Entscheidung wird, desto schwieriger kann sie werden. Denn plötzlich prüfst du jede Möglichkeit nicht mehr danach, ob sie interessant sein könnte, sondern danach, ob sie wirklich langfristig die richtige ist.
Und genau das kannst du oft gar nicht wissen.
Eine berufliche Entscheidung ist keine Entscheidung für immer
Wir behandeln berufliche Entscheidungen manchmal so, als würden wir damit unseren weiteren Lebensweg festlegen. Dabei verändert sich Berufsleben ständig und schnelllebig. Und auch du veränderst dich.
Wir bewerten Veränderungen rückblickend schnell als Fehlentscheidung, wenn wir später noch einmal neu entscheiden. Aber vielleicht war der Job für drei Jahre genau die Erfahrung, die du gebraucht hast und du hast dort neue Fähigkeiten entwickelt, herausgefunden, was dir liegt und was du zukünftig anders möchtest.
Dann war diese Station nicht falsch, sondern ein wichtiger Teil deiner beruflichen Entwicklung.
Der nächste Job darf ein Zwischenschritt sein
Gerade bei einer größeren beruflichen Neuorientierung erwarten wir manchmal, dass wir direkt von A nach Z springen. Vom alten Job in den neuen Beruf, der endlich perfekt passt.
Dabei kann ein Zwischenschritt sinnvoll sein: Vielleicht bringt dich dein nächster Job näher an das, was du langfristig möchtest, ohne schon alles zu erfüllen. Der Job ermöglicht dir, Fähigkeiten aufzubauen, die du später für einen weiteren Schritt brauchst.
Ein Zwischenschritt kann eine bewusste Entscheidung sein. Wenn du von deiner nächsten Stelle erwartest, dass sie alles gleichzeitig löst, wird die Suche schnell schwierig.
Frage dich: Was muss dein nächster Job wirklich erfüllen?
Also was muss vorhanden sein?
Zum Beispiel:
- ein bestimmtes Mindestgehalt,
- passende Arbeitszeiten,
- Vereinbarkeit mit deinem Privatleben,
- bestimmte Aufgaben,
- ein wertschätzendes Umfeld,
- mehr Struktur oder mehr Gestaltungsspielraum.
Was wäre schön, ist aber nicht zwingend notwendig?
Und was darf sich später noch entwickeln?
Vielleicht musst du nicht heute bereits wissen, wie deine gesamte berufliche Zukunft aussieht. Aber du kannst wissen, was du für den nächsten Schritt brauchst.
Berufliche Neuorientierung ist ein Prozess
Vielleicht liegt eine der größten Entlastungen darin, berufliche Neuorientierung nicht als eine einzige große Entscheidung zu betrachten. Sondern als einen Prozess, in dem du Informationen sammelst, dich selbst besser kennen lernst, Möglichkeiten prüfst und Erfahrungen machst. Und du justierst vielleicht irgendwann wieder nach.
Das ist kein Zeichen dafür, dass du dich beim ersten Mal falsch entschieden hast. Es bedeutet, dass du dich weiterentwickelst und du deshalb heute noch nicht wissen musst, welcher Job für immer zu dir passt.
Der nächste Schritt darf einfach nur der nächste Schritt sein
Genau diese Erfahrung hat auch Lena gemacht.
Als sie in mein Online-Programm „Mit Klarheit in deine berufliche Zukunft“ kam, wusste sie sehr klar, was sie nicht mehr wollte. Was stattdessen kommen sollte, wusste sie jedoch nicht. Gleichzeitig hatte Lena einen hohen Anspruch an ihre nächste Entscheidung: Der nächste Job sollte jetzt wirklich zu 100 Prozent passen.
Im Laufe des Programms begann sich genau dieser Gedanke zu verändern. Sie erkannte, dass berufliche Neuorientierung ein Prozess sein kann und auch kleine Teilschritte sie in eine gute Richtung bringen können.
Hier kannst du nachlesen, wie Lena diesen Prozess erlebt hat und warum für sie der Gedanke entlastend wurde, dass der nächste Job nicht sofort zu 100 Prozent passen muss.
