Warum Reden manchmal nicht reicht – und was dann helfen kann

„Eigentlich weiß ich doch längst, was ich tun müsste.“

Diesen Satz höre ich in Coachings immer wieder.

Viele Menschen haben sich bereits intensiv mit ihrer Situation beschäftigt. Sie haben mit Freundinnen oder Freunden gesprochen, Podcasts gehört, Bücher gelesen oder schon ein Coaching gemacht. Sie verstehen ihre Situation. Und trotzdem verändert sich nichts.

Das kann frustrierend sein. Vor allem dann, wenn der Verstand längst eine Antwort gefunden hat. Woran liegt das?

Verstehen ist nicht automatisch Veränderung

Unser erster Impuls ist oft: Ich muss einfach noch mehr darüber nachdenken. Doch genau das führt manchmal dazu, dass wir uns immer weiter im Kreis drehen.

Vielleicht kennst du das auch: Du nimmst dir vor, im nächsten Meeting klar deine Meinung zu sagen. Oder endlich das schwierige Gespräch mit deiner Führungskraft zu führen. Vielleicht möchtest du dich beruflich verändern, schiebst die Bewerbung aber seit Wochen vor dir her.

Du weißt, was du tun möchtest – und trotzdem kommst du nicht ins Handeln. Das hat nicht immer mit fehlender Disziplin oder mangelnder Motivation zu tun.

Wenn der Körper schneller ist als der Verstand

Unser Gehirn bewertet ständig, was um uns herum passiert. Es gleicht neue Situationen mit unseren bisherigen Erfahrungen ab und entscheidet innerhalb von Sekundenbruchteilen, ob etwas sicher oder potenziell bedrohlich ist. Wird eine Situation als belastend erlebt, schaltet unser Nervensystem in einen Alarmzustand. Das ist grundsätzlich etwas Gutes. Schließlich soll es uns schützen.

Im Berufsalltag zeigt sich dieser Mechanismus allerdings manchmal auf eine andere Weise. Plötzlich ist der Kopf wie leer. Das Herz schlägt schneller. Die Worte fehlen. Oder wir vermeiden Situationen, obwohl wir sie eigentlich bewältigen könnten.

Vielleicht hast du das selbst schon erlebt – vor einer Präsentation, einem Konfliktgespräch oder einer wichtigen Entscheidung. Der Verstand weiß: Ich schaffe das. Der Körper fühlt: Lieber nicht.

Deshalb reicht Reden manchmal nicht aus

Gespräche können unglaublich wertvoll sein. Sie helfen dabei, Situationen besser zu verstehen, neue Perspektiven zu entwickeln und Zusammenhänge zu erkennen.

Doch manchmal gibt es Themen, bei denen genau das nicht ausreicht. Nicht, weil das Gespräch schlecht war. Sondern weil die eigentliche Blockade nicht auf der Ebene des Denkens liegt.

Wenn unser Nervensystem eine Situation immer wieder als belastend abspeichert, reicht eine gute Erkenntnis allein manchmal nicht aus, damit sich auch das Erleben verändert. Genau deshalb erleben manche Menschen, dass sie sich trotz vieler Gespräche immer wieder um dasselbe Thema drehen.

Veränderung braucht manchmal einen anderen Zugang

In meiner Arbeit als systemische Supervisorin und Coach erlebe ich immer wieder, dass beides wichtig ist: das Gespräch und das Erleben.

Manchmal entsteht Veränderung durch eine neue Perspektive. Manchmal braucht es zusätzlich einen Weg, das Nervensystem dabei zu unterstützen, belastende Erfahrungen anders zu verarbeiten.

Genau hier kann wingwave eine sinnvolle Ergänzung sein. Die Methode verbindet Erkenntnisse aus der Gehirnforschung mit einem ressourcenorientierten Coachingansatz und setzt dort an, wo Reden allein manchmal an seine Grenzen stößt.

Im nächsten Artikel zeige ich dir deshalb, was beim wingwave-Coaching eigentlich passiert – und warum Augenbewegungen dabei eine Rolle spielen.

Du hast das Gefühl, dich beruflich immer wieder um dieselben Themen zu drehen?

Dann lass uns gemeinsam schauen, was dich gerade zurückhält. Manchmal braucht es nicht noch mehr Nachdenken, sondern einen anderen Blick auf das, was bereits da ist.

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Über mich

Ich bin Giulia Barile – Diplom-Soziologin, systemische Supervisorin und Coach (DGSv) sowie wingwave Coach. Seit mehr als zwölf Jahre begleite ich Menschen und Organisationen in beruflichen Entwicklungs- und Veränderungsprozessen.

In meinem Blog schreibe ich über berufliche Zufriedenheit, Selbstführung und die leisen wie lauten Fragen des Berufslebens.

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